Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin

2. Rundgang

2009

Die Entscheidung für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses macht eine fortführende behutsame Rekonstruktion des innerstädtischen Raumes mit dem Aufbau eines Denkmals für Freiheit und Einheit Deutschlands notwendig. Durch die Wiederverwendung der ursprünglichen Abmessungen und dem zentralen Mittelpunkt des alten Nationaldenkmals entsteht ein neuer nutzbarer Raum mit historisch gewachsenen Achsen und Bezügen.

Auf dem historischen Schlossvorplatz sollen die Besucher noch einmal an den Geschehnissen zur Überwindung der Teilung Deutschlands teilnehmen. Für die Betrachter ist hier noch einmal dieser aktuelle Augenblick nachvollziehbar. Der zentrale Raum auf dem ehemaligen Sockel des Nationaldenkmals Kaiser Wilhelm I. wird zu diesem Zweck durch einen symbolischen eisernen Vorhang in zwei Räume geteilt. Die Teilung erfolgt hier durch 13 Meter hohe bronzene Stäbe im Abstand von 60 cm. Die symbolische Darstellung der Überwindung der Teilung erfolgt durch zwei Hände, die durch die Auflösung des Vorhangs zueinander finden wollen. Die Abmessungen der Hände betragen 16 Meter auf 7 Meter. Die Dimension, die materielle Auflösung und die dynamische Spannung der Hände lassen keinen Zweifel an der irreversiblen Durchdringung und Auflösung eines unüberwindbaren Hindernisses. Die Ausführung der kompletten Skulptur erfolgt mit einer Patina aus Bronze. Im Bereich des ehemaligen Reiterstandbildes wird der historische Bodenbelag mit einer Bronzeplatte ergänzt.

Die Skulptur des Denkmales wird umgeben von einer umrahmenden Kolonnade. Die Kolonnade basiert auf der Fassung des ursprünglichen Kolonnaden­grundriss. In der Höhenentwicklung und Erschließung gliedert sich die Kolonnade jedoch in drei Abschnitte bestehend aus einem linken bzw. rechten Teil mit verbindendem Mittelabschnitt. Ausgehend von der historischen Treppensituation der Außenanlagen wird der linke bzw. rechte Abschnitt über jeweils eine neue zentrale Innentreppe erschlossen. Die begehbaren Ebenen der beiden Kolonnaden dienen als Orte der Ruhe und ermöglichen einen Blick mit einer veränderten Perspektive auf die Skulptur und das Schloss. Die Begegnung der Betrachter von links bzw. rechts ist nur über den bindenden Mittelbau als Ort der Information möglich. Hier ist die Einrichtung einer Dauerausstellung mit diversen Visualisierungen und Animationen geplant. Die Gestaltung der Oberfläche der Kolonnaden erfolgt in Sandstein analog zum Stadtschloss. Der Bodenbelag der bestehenden vorhandenen historischen Sockelanlage wird denkmalgerecht instand gesetzt. Durch die Annahme einer Alterspatina wird die Wertigkeit der gewählten Materialien langfristig unterstrichen.

Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin. Hauptansicht